Unhaltbarer Zustand
Haben Sie schon mal Zebrastreifen im channel hamburg gezählt? Sie werden nicht weit kommen. Es gibt genau einen. Ein unhaltbarer Zustand. Der Verein channel hamburg hat aus diesem Grund im vergangenen Herbst das Institut für Verkehrsplanung und Logistik der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) beauftragt, die Verkehrsströme im Binnenhafen zu untersuchen und geeignete Maßnahmen für die Verkehrsberuhigung zu entwickeln.
Die Untersuchung offenbarte dringendsten Handlungsbedarf. Es wurde festgestellt, dass bei Verkehrsstärken von bis zu 15.000 Kraftfahrzeugen (davon sind rund 20 Prozent Lastkraftwagen) am Tag eine insgesamt miserable Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität in allen Straßenräumen des channel hamburg herrsche. Eine Verkehrsberuhigung der Straßenbereiche für die vorherrschende Büronutzung fehle völlig. Der Lkw-Anteil von rund 20 Prozent sei zwar für ein Hafengebiet eher niedrig (zum Vergleich: Veddeler Damm 29 Prozent, Reiherstieg 33 Prozent, Kattwykbrücke 34 Prozent), aber für einen Büro- und Dienstleistungsstandort (zum Vergleich: City Nord, Jahnring vier Prozent, City Süd, Amsinckstraße sechs Prozent) sehr hoch, die Gefährdung von Fußgängern und Radverkehr unzumutbar. Auf den Erkenntnissen der Untersuchung fußend soll nun schnellstmöglich ein Dialog mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) geführt werden, zumal zurzeit für den gesamten Verkehr im Süderelberaum zukünftige Ansätze neu überdacht werden und damit das richtige Zeitfenster für die Gesamtplanung besteht. Das Zahlenwerk der Verkehrsuntersuchung soll dabei als Beleg für Forderungen an die BSU genutzt werden – insbesondere für dringend erforderliche „Sofortmaßnahmen“, wie die Überquerungen von Veritaskai und Schellerdamm. (pen)