Fußgängerbrücke über den Lotsekanal
IdHierzu fand ein Ideenwettbewerb unter Beteiligung des Oberbaudirektors Prof. Jörn Walter statt.
Für die Entwicklung von verschiedenen Entwurfsalternativen wurden drei ausgewählte Ingenieurbüros beauftragt. Nach einer Sachverständigenvorprüfung Ende April wurden die eingereichten Entwürfe einer Jury unter Vorsitz von Herrn Dr. Böttcher vom Ingenieurbüro
Dr. Binnewies zur Auswahl vorgestellt. Diese entschied sich einstimmig für den Entwurf der Büros Grassl / Winking Froh aus Hamburg, der eine Drehbrücke mit einem einfeldrigen Landungssteg vorsieht. Das Ergebnis des Wettbewerbsverfahrens wurde den Mitgliedern des Stadtplanungsausschusses in der Sitzung am 23. Mai 2011 vorgestellt.
Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter: „Es ist eine besondere Freude, wenn sich wie in diesem Fall ingenieurtechnische Vernunft mit höchster gestalterischer Anmut verbinden. Und wenn mit der Drehbrücke ein wichtiges ingenieurhistorisches Thema wieder eine neue Zukunft bekommt, dann ist das ein Glücksfall für die Brückenhauptstadt Hamburg in Europa.“
Die Entscheidung für eine Drehbrücke zieht insofern ein positives Alleinstellungsmerkmal für Harburg nach sich, als dass der Bezirk zukünftig die einzige funktionierende Drehbrücke in Hamburg besitzen wird. Der Verzicht auf eine während des Öffnungsvorgangs in einer Höhe von 19 - 20 m hoch aufragenden Klappbrücke ist für den geplanten markanten Städtebau auf dem Lotsekai als positiv zu bewerten.
Eine Besonderheit stellt die geplante Fotovoltaik-Anlage dar. Aus der Überlegung den Energiebedarf der Brücke auch beim Betrieb, über das übliche Maß hinaus, auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, entstand die Idee einer „Autarken Brücke“, einem Bauwerk, welches sich seine für den Bewegungsvorgang erforderliche Energie selbst erzeugt und dadurch eine ausgeglichene Energiebilanz vorweisen kann.
Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg: „Die Fußgängerbrücke über den Lotsekanal verbessert deutlich die Anbindung der Harburger Schloßinsel an den Binnenhafen und die Innenstadt. Die auffällige Stele mit der Fotovoltaik-Anlage stellt hierbei eine neue Landmarke dar.“
Die Aufenthaltsqualität am Wasser erhält nun ein weiteres Element: eine Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeit auf der neuen Drehbrücke direkt über dem Lotsekanal. Durch den Verzicht auf ein auffälliges Maschinengebäude am Lotsekanal und die zurückhaltenden Eingriffe in den Kanalplatz bleibt die Platz- und Raumqualität an den Wasserkanten erhalten.
Die Entwürfe des Wettbewerbes werden im Rahmen einer Ausstellung beim Harburger Binnenhafenfest am 4./5. Juni 2011 präsentiert.
Die Gesamtkosten für die neue Fußgänger-Drehbrücke über den Lotsekanal werden voraussichtlich 1,5 Mio. Euro betragen. Die Finanzierung erfolgt überwiegend aus Mitteln, die über den Haushalt für die Infrastruktur der Harburger Schloßinsel bereitgestellt werden. Darüber hinaus beteiligt sich auch der Bund mit zusätzlichen Mitteln im Rahmen der Stadtumbau-West-Maßnahmen an der Finanzierung. Der Baubeginn ist für das 2. Quartal 2012 geplant.
Hinweis: Die beigefügte Graphik ist zur Veröffentlichung freigegeben. Bitte im Nachweis Grassl / Winking Froh Architekten angeben.
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