Flugzeug der Zukunft
Man höre und staune: Interdisziplinäres Arbeiten bietet hier noch einiges Verbesserungspotenzial, um einen insgesamt gut balancierten Entwurf zu schaffen. Nicht so sehr das Optimum einer einzelnen Technologie hilft weiter, sondern das abgestimmte Zusammenspiel von Aerodynamik, Strukturentwurf, Triebwerk und Elektronik.
Das ist der Ansatzpunkt für Prof. Dr. Volker Gollnick, Direktor des Instituts für Lufttransportsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH). „Die wichtigen Technologien sind zu 95 Prozent bekannt“, sagt er. „Uns interessiert nicht so sehr eine neue Technologie, sondern, wie sie mit anderen Bereichen im Lufttransportsystem – Flug-zeug, Flughafen, Airline und Flugsicherheit – zusammenspielt.“
Entwicklungsräume liegen also vor allem darin, dass Experten unterschiedlicher Forschungsbereiche zusammenarbeiten und sich in ihrem Denken verstehen. Erfolg verspricht diese Strategie vor allem dann, wenn damit in ganz frühen Entwurfsphasen begonnen wird.
Im channel hamburg gab es jetzt den ersten Workshop „Kollaboration im Flugzeugentwurf“. „Hier am Standort werden die Flugzeuge der Zukunft konzipiert“, sagt Gollnick. Flugzeuge wie beispielsweise der „Blended Wing Body“, der in seiner Form an ein Raumschiff erinnert. Die Erfordernisse bestimmen dabei die Form: Er hat große aerodynamische Vorteile, spart bis zu 20 Prozent Treibstoff und ist sehr leise. Gollnick: „Die große Fläche schirmt erheblich den Triebwerkslärm ab.“